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Zwischen den Jahren: Was die Rauhnächte wirklich sind (und was nicht)

Keine Pflicht. Kein spiritueller Wettbewerb. Sondern ein Raum zum Durchatmen, Spüren und Ordnen.


Ruhige Winterlandschaft im Sonnenaufgang – symbolische Stimmung für Rauhnächte, Reflexion und Neuanfang.
Ein Moment zwischen Dunkelheit und Licht – genau diese Qualität tragen die Rauhnächte in sich.


Wenn Menschen an Rauhnächte denken, tauchen bei vielen zuerst Bilder von Räucherwerk, Orakelkarten oder mystischen Visionen auf.

Ich kenne den Gedanken: “Bin ich zu unspirituell, wenn ich das nicht so sehe?”

Die gute Nachricht: Nein. Was du darüber hörst, kann ein schöner Zusatz sein, aber die Rauhnächte funktionieren auch ohne Hokuspokus.


Was hinter dieser Zeit steckt, ist gar nicht „magisch“, sondern menschlich, psychologisch sinnvoll und körperlich nachvollziehbar.




Das Phänomen „Zwischen den Jahren“ – was die Menschen wirklich spüren


Historisch sind die Rauhnächte die Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar – einer Phase, die auch als „Zeit zwischen den Jahren“ bekannt ist.


Früher war diese Zeit geprägt von Dunkelheit, Ruhe und einer starken Verlangsamung:


  • keine Felder zu bestellen

  • keine schweren Arbeiten im Freien

  • lange Nächte, kurze Tage

  • kein künstliches Licht


Die Menschen hielten inne, weil sie mussten.

Heute halten wir oft nicht inne. Wir hetzen durch Advent, Weihnachten, Arbeit, Familie, Stress. Und dann soll noch besinnliche Stimmung aufkommen, zwischen Geschenkewahnsinn, Punschstand und dritten oder vierten Weihnachtsfeier.


Wenn wir es zulassen, dann kann etwas passieren. Es kann etwas entstehen, wenn wir langsamer und vor allem ruhig werden.

Dieser Zwischenraum, den viele intuitiv spüren:

Mehr Stille. Mehr Nachdenken. Mehr Gefühl.



Diese Zeit fühlt sich anders an - irgendwie außerhalb vom Alltag.


Frau schreibt in ein Journal und trinkt Tee, gemütliche Lichter im Hintergrund – Reflexion und Selbstfürsorge während der Rauhnächte.
Ein paar Minuten Schreiben – mehr braucht es oft nicht, um die Rauhnächte bewusst zu erleben.


Was heute oft über die Rauhnächte gesagt wird


Viele Coaches und Traditionen betonen:


  • Die Rauhnächte hätten eine besondere „magische“ Energie.


  • Die Grenzen zwischen unserer Welt und einer anderen Realität seien „durchlässiger“.


  • Es sei eine gute Zeit für Orakel, Visionen, Manifestationen.



Wenn wir das in klaren Worten fassen:

Viele Traditionen nutzen alte Geschichten, um eine Phase zu erklären, die Menschen schon immer erlebt haben.

Eine Zeit, in der der Alltag langsamer ist, Gefühle tiefer wahrgenommen werden und innere Prozesse stattfinden können.

Ich nehme diese Erklärungen ernst – nicht, weil sie mystisch wahr sein müssen, sondern weil sie oft metaphorisch genau das beschreiben, was Menschen spüren, wenn sie wirklich innehalten.

Das macht die Rauhnächte nicht spirituell „besser“, aber wirklich erlebbar. Und das macht so doch wieder etwas "magisch".





Was die Rauhnächte psychologisch tun


Auch moderne Coaches sehen die Rauhnächte nicht als „mystischen Ausnahmezustand“, sondern als einen psychologisch sinnvollen Rückzugs- und Klärungsraum – mit einem Hauch von Magie, wie sie eben entsteht, wenn es draußen still und dunkel wird und drinnen Kerzen brennen.


In dieser Zeit:


  • verarbeiten wir das alte Jahr

  • lassen Erfahrungen sacken

  • holen unser Nervensystem aus dem Dauermodus

  • schaffen Raum für Klarheit und Orientierung



Das stimmt mit traditionellen Erklärungen überein:

Diese Nächte geben uns Zeit, um Rückschau zu halten und uns gleichzeitig neu auszurichten.



Schneebedeckter Baum mit warmen Lichtern und Laterne im nächtlichen Winterwald – stimmungsvolles Licht für Rauhnächte, Rückzug, Ritual und Reflexion.
Manchmal reicht ein einziges warmes Licht, um die Stille der Rauhnächte spürbar zu machen.





Die 12 Rauhnächte – mehr als nur ein Kalenderspiel


Traditionell steht jede Rauhnacht symbolisch für einen Monat im neuen Jahr:


  • 25.12. → Jänner

  • 26.12. → Februar

  • 27.12. → März

  • … bis 05.01. → Dezember.



Viele sehen das als eine Art Vorschau – doch eigentlich ist es viel einfacher und sinnvoller:

Es ist eine einfache Form der Selbstreflexion: Du hältst fest, was der Tag in dir bewegt, ohne es zu bewerten.


  • Was zeigt sich an diesem Tag?

  • Was fällt mir leicht?

  • Wo spüre ich Druck oder Schwere?

  • Welche Momente bleiben hängen?



Es geht nicht darum, die Zukunft vorherzusagen.

Es geht darum, wahrzunehmen, was in dir gerade aktiv ist und welche Themen vielleicht in dein neues Jahr hineinragen wollen.



Ich selbst starte gern schon am 21.12., zur Wintersonnenwende, mit einem kleinen Loslassritual.

Für mich ist das ein schöner, ruhiger Auftakt, um das alte Jahr langsam zu verabschieden – ohne Drama, ohne Druck.

Ein bewusstes „Ich mache innerlich Platz“.



Die eigentlichen Rauhnächte beginnen dann am 25.12., aber der 21.12. öffnet für viele eine Tür, vielleicht auch ein Portal:

Raus aus dem Alten. Rein in die Stille.


Und genau darin liegt der Wert dieser Zeit.



Knisterndes Feuer im Dunkeln mit brennenden Holzscheiten – Symbol für Loslassen, Wärme und Rituale in den Rauhnächten.
Feuer hilft uns, Altes bewusst loszulassen – ein einfacher, kraftvoller Start in die Rauhnächte.


Wie ich die Rauhnächte erlebe


Seit ich 2020 begonnen habe, Menschen durch diese Zeit zu begleiten, hat sich mein Blick fundamental verändert.


Früher dachte ich:"

Es braucht Rituale, Manifestationen, magische Tools.”


Heute weiß ich:

Es braucht Aufmerksamkeit und echtes Spüren.

Nicht noch mehr Druck und Tun, sondern Ruhe, Stille und Fühlen.



Ich sehe Menschen, die:

  • wieder atmen können, statt funktionieren

  • emotionale Themen zum ersten Mal ehrlich betrachten

  • Rückschau halten, ohne sich dafür zu stressen

  • sich erlauben, nicht perfekt zu sein


Und genau das ist der Kern:

Rauhnächte sind weder Hokuspokus noch ein Pflichtprogramm.

Sie sind ein Raum für Echtheit und Tiefe. Wenn man sich traut es zuzulassen.


Frau schreibt abends in ihr Journal, eingehüllt in eine rote Decke, mit Kerze und Tee daneben – ein ruhiger Moment der Selbstreflexion während der Rauhnächte.
Ein paar Minuten für mich – Schreiben, Tee, Wärme. So beginnen für mich oft die Rauhnächte.



Moderne, alltagstaugliche Rituale


Du musst nichts machen. Aber du darfst:


📝 1. Tages-Notizen / Journaling

Notiere kurz:

  • Was ist heute passiert?

  • Was bewegt mich?

  • Was möchte ich loslassen?



🕯️ 2. Licht & Raum schaffen

Eine Kerze anzünden – simple, klar, beruhigend.



💭 3. Innere Fragen statt Ziele

Keine Vorsätze.

Stattdessen:

Was möchte ich fühlen?

Von was möchte ich mehr in meinem Leben haben? (dabei geht es um Erlebnisse, Erfahrungen oder Gefühle)


Du kannst klassische Bräuche wie das Verbrennen von Wünschen nutzen – als Symbol, nicht als magischen Vertrag.


Ich empfinde die Rauhnächte als wundervolle Zeit, wo ich wieder ein Stück mehr zu mir komme und entdecke wer ich bin und was noch in mir steckt.






Empfohlene Dinge für deine Praxis


🕯️ Bio-Bienenwachskerzen – sanftes Licht, klare Atmosphäre



📓 Notizbuch für Rauhnachts-Reflexionen



🎴 Kartenset „Orakel der Rauhnächte“ – Impulse statt Druck



🌿 Räucherbündel



🔥 Auch gut: Räucherset





Mein Fazit – ganz klar


Die Rauhnächte sind:


⭐ ein Übergangsraum

⭐ ein Bewusstseinsraum

⭐ ein Ruhe- und Reflexionsraum


Sie sind kein Wettkampf, kein Muss und kein „höher, besser, schneller“.


Sie sind Zeit fürs Nervensystem. Zeit für Gefühle. Zeit für dich.


Und wenn du sie bewusst erleben willst – ohne Druck, ohne Perfektion – dann lade ich dich ein, das gemeinsam zu machen.


👉 Hier geht’s zur Rauhnachtsbegleitung:





 
 
 

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